Montag 23. Juli 2018


Wir kommen nicht dadurch, dass wir es richtig machen zu Gott, sondern in der
Tat dadurch, dass wir es FALSCH machen...
Richard Rohr

Mehr vom guten Leben

Ein gelungener Seiltanz

Mein Wunsch zum Jahresbeginn: ein Mehr an gutem Leben. Nicht alle, aber viele von uns leben in relativem Wohlstand, sind materiell abgesichert und ohne Armutsgefährdung. Doch ist das allein schon das gute Leben? Nicht wenige haben viel und sind unglücklich, weil sie noch mehr wollen. Andere haben genug, aber sie sind unzufrieden, weil sie es nicht genießen können oder weil sie gar nicht sehen, dass sie genug hätten.

Das gute Leben ist auf jeden Fall weniger als alles. Wenn alle Versprechungen der Werbung in Erfüllung gingen, wäre es nicht das gute Leben. Man kann es nämlich nicht konsumieren, sondern muss es leben. Und wenn wir in allem das Beste wollen, die höchsten Erwartungen an das Leben und uns selber stellen, werden wir unzufrieden und versäumen mit Sicherheit das gute Leben. Immer nur hinauf blickend übersehen wir die vielen Möglichkeiten am Weg. Wir müssten damit beginnen, die hochgeschraubten Ziele und Erwartungen an das Leben auf ein realistisches und menschliches Maß herunter zu kurbeln.

Das gute Leben ist weniger als alles. Wenn wir versuchen gleichermaßen erfolgreich im Beruf, liebevoller Vater, einfühlsamer Partner und feuriger Liebhaber zu sein, dann werden wir zumindest selber auf der Strecke bleiben. Wenn wir da halbwegs eine Balance finden und dabei auf uns selber achten, ist das Wesentliche schon geleistet. Und vor allem: auch die Balance muss nicht immer perfekt sein. Irgendwie sind wir Seiltänzer, mal neigt sich das Gewicht mehr auf die eine oder andere Seite, mal wackelt das Seil oder es kommt eine Brise auf. Nur herunter fallen sollten wir nicht – alles andere überlassen wir den Perfektionisten.


Eine Portion „Mut zum Unperfekten“ gehört gerade für uns Männer unbedingt zum guten Leben.

Das gute Leben ist weniger als alles. Wenn wir uns einmal dazu entschieden haben, können wir ihm auf die Spur kommen. Das gute Leben ist eher von allem etwas, eine gelebte Vielfalt, in der wir uns aber selber spüren, ein Leben, in dem wir selber vorkommen. Das gute Leben ist Arbeit UND Muße, denn letztlich arbeiten wir auch um zu leben und nicht umgekehrt. Das gute Leben hat nicht nur mit Leisten zu tun, man muss es auch nehmen können, loslassen dürfen, zufrieden sein und genießen mit dem Blick auf die Spatzen in unserer Hand.

Dazu müssen wir jedoch im Einklang mit uns selber sein. Das können wir wahrscheinlich nur, wenn wir auch guten Gewissens sind. Es kann das gute Leben nicht nur für uns alleine geben und nicht einfach auf Kosten anderer. Weniger als alles ist im Leben auch wesentlich nachhaltiger und fairer. Zum guten Leben gehört aber ebenso, dass wir keine Heilige sein müssen. Wir dürfen der Vergebung bedürftig sein.

Für das gute Leben gibt es kein Rezept, aber wir können ihm auf die Schliche kommen und seine Spuren im Alltag entdecken. Ein Tipp dazu: Es gibt zwei alte Binsenweisheiten des Lebens, die wir allzu oft vergessen. 1. Man kann nicht alles haben und 2. Man muss wissen was man will!


Markus Hofer, Männerbüro

Buchtipp: Deine Würde entscheidet

 Gehen oder bleiben, auf den Putz hauen oder runterschlucken, hart bleiben oder nachgeben, du oder ich?
Immer wieder haben Sie in Ihrem Leben wichtige Entscheidungen zu treffen. Was aber, wenn die Antwort auf die Frage: "Wie soll ich mich entscheiden?" lautet: "Ich kann mich nicht entscheiden"? Wenn Sie sich mit Selbstzweifeln und Versagensgefühlen plagen, weil Sie glauben, entscheidungsunfähig zu sein? Dann ist es wichtig, sich auf eine innere Instanz zu besinnen, die Orientierung gibt: Ihr Würde-Ich. Denn Ihre Würde entscheidet! Sie ist ein Selbstwertkompass, den Sie in sich tragen. 



Buchtipp: Jungen Stärken

 Die Jungen von heute sind die Männer von morgen. Doch wie können sie auch zu glücklichen Menschen werden?
Eduard Waidhofer erklärt umfassend die Persönlichkeitsentwicklung von Jungen sowie deren besondere Bedürfnisse und Nöte, gerade in der Lebenswelt von heute. Wie können Eltern sie einfühlsam begleiten und warum sind gerade Väter so wichtig?
Anhand von Fallgeschichten und konkreten Tipps zeigt er, wie ein guter Erziehungsstil aussehen kann. Vor allem brauchen Jungen Grenzen, klare Ansagen, aber auch Halt und Sicherheit – und authentische, liebevolle Väter und Mütter.



Bruder auf Zeit

 

Welcher Mann wünscht sich das nicht? Einmal für eine bestimmte Zeit lang ein "Bruder auf Zeit" in einem Kloster sein zu können. Nun gibt es ein Angebot genau dafür und zwar im Kapuziner Kloster Gauenstein in Vorarlberg bei Bruder Engelbert Bacher. Näheres dazu findest du beim Punkt "Männerorte" auf der linken Navigationsseite.

 



Richard Rohr - Living School

 

Infos zur "Living School of Action and Contemplation" von Richard Rohr
zur Info-Seite


Buchtipp: The devine dance and your transformation


Neuestes Buch von Richard Rohr.

Richard hat zum Thema Trinität wirklich etwas zu Sagen und dieses Buch verspricht nicht nur einen tiefen Einblick in eine Kernthematik des christlichen Glaubens, sondern auch die Verortung der eigenen Transformationsmöglichkeit exakt darin.

 


 

Buchtipp: Eager to Love - The alternive Way of Francis of Assisi

 


Ebenfalls 2016 erschienen - Eager to Love - The alternive Way of Francis of Assisi von Richard Rohr. Sehr lohnend, weil Richard Rohr hier ein wahrer Meister des Faches ist.

 

 

Aktueller Buchtipp



Eremit, Zen-Christ, spiritueller Globetrotter: Anlässlich seines 90. Geburtstages am 12. Juli 2016 erzählt David Steindl-Rast seine Lebensgeschichte. Er suchte nach ungewöhnlichen Zugängen und spirituellen Wegen zu nichtchristlichen Religionen und widmete sich dem Dialog zwischen Christentum und Buddhismus. Seine Mission ist die Mystik. Er ist tief überzeugt davon, dass Gottes Geist in und aus jedem spricht.






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